Der Wildsee befindet sich in einem abgelegenen Waldgebiet, das bereits 1911 als Bannwald ausgewiesen wurde. Heute ist das Gebiet Teil der Kernzone des Nationalparks. © Luis Scheuermann, NLP Schwarzwald
Der Nationalpark Schwarzwald wurde 2014 ausgewiesen und umfasst rund 11.300 Hektar. Das waldreiche Gebiet liegt am Hauptkamm des Nordschwarzwaldes in Höhenlagen zwischen 540 m und 1.054 m über Meereshöhe und ist von Fichten-Tannen-Buchenwäldern geprägt. Zusätzlich tragen weitere ökologisch wertvolle Biotope wie Moore, Karseen und Bergheiden („Grinden“) zu einer hohen Biodiversität im Gebiet bei.
WILDNIS
In Nationalparks werden in erster Linie natürliche oder naturnahe Landschaften geschützt. Ein zentrales Prinzip ist der Prozessschutz: „Natur Natur sein lassen“. In den weitläufigen Kernzonen greift der Mensch nicht ein: Es wird kein Holz gefällt, nicht gejagt und nicht geangelt. So können sich Wälder, Moore und andere Ökosysteme, und damit auch die Biodiversität, frei und natürlich entwickeln. Neben dem Schutz der Natur widmen sich Nationalparks auch der Umweltbildung und der Erholung von Besuchenden. Der Nationalpark Schwarzwald ist in drei Zonen gegliedert: Die Kernzone unterliegt einem strengen Prozessschutz, in der Entwicklungszone werden Wälder auf ihre spätere Überführung in die Kernzone vorbereitet und in der Managementzone werden gezielte Pflegemaßnahmen durchgeführt – etwa um besondere Biotope (z. B. Grinden) vor Verbuschung zu bewahren oder angrenzende Wälder vor Borkenkäferbefall zu schützen.
DREIZEHENSPECHT, SPERLINGSKAUZ UND KOBOLDMOOS
Von der sich entfaltenden Wildnis im Nationalpark Schwarzwald profitieren Arten, die auf alte Bäume und Totholz in urwüchsigen Wäldern angewiesen sind. Über 6.400 Tierarten (etwa 27 % der im Land vorkommenden Tierarten), 380 Moose (44 %) und 1.850 Pilze (35 %) belegen die hohe Biodiversität im Nationalpark. Typische Vertreter der Fauna und Flora sind Dreizehenspecht, Sperlingskauz, Grünes Koboldmoos und die Zitronengelbe Tramete, ein seltener Pilz.










