2019 wurde vom Weltbiodiversitätsrat der erste globale Zustandsbericht zur Artenvielfalt vorgestellt. Eine der zentralen Botschaften ist, dass etwa eine Million Tier und Pflanzenarten Gefahr laufen, in den nächsten Jahrzehnten auszusterben.
Balzender Auerhahn im NLP Schwarzwald. © Arne Kolb, NLP SchwarzwaldSinnbildlich dafür steht in Baden-Württemberg das scheue Auerhuhn, das in strukturreichen, lichten Bergwäldern des Schwarzwaldes lebt. Dort ist es eine akut vom Aussterben bedrohte Art, die exemplarisch für den Schwund der Artenvielfalt bei uns steht. Schätzte man den Bestand 1995 im Schwarzwald noch auf rund 500 balzende Hähne, waren es 2023 nur noch 106 Tiere. Aktuell ist nicht sicher, ob der Bestand trotz großer Bemühungen noch gerettet werden kann.
URSACHEN FÜR DEN RÜCKGANG DER BIODIVERSITÄT
Weltweite Aussterberate für verschiedene Wirbeltiergruppen seit dem 16. Jahrhundert, im Vergleich zur natürlichen Hintergrundrate (braun, in kumulativen Prozent), berechnet auf eine Grundlage von 0,1 bis 2 ausgestorbene Arten pro 1 Million Arten und Jahr. (nach IPBES 2019) Fotos: Thomas Fickert
- Verlust natürlicher Lebensräume aufgrund von Bevölkerungswachstum, Ausweitung von Landwirtschaft, Industrie sowie von Siedlungs- und Verkehrsflächen
- Zerschneidung und Fragmentierung von Lebensräumen, was den genetischen Austausch erschwert und der Vitalität von Populationen schadet
- Intensivierung der Landwirtschaft und zunehmender Anbau von Energiepflanzen
- Verdrängung arten- und strukturreicher Mischwälder durch Forste und gleichaltrige Bestände aus standortfremden Nadelbäumen
- Verdrängung standortangepasster Arten durch Nähr- und Schadstoffeinträge
- Verdrängung konkurrenzschwacher einheimischer Arten durch invasive gebietsfremde Flora und Fauna
- Verlust von Spezialisten seltener Lebensräume (z.B. Moore) und endemischer Arten aufgrund des Klimawandels








