Prägendes Merkmal von Mooren ist Feuchteüberschuss, wodurch es zu gehemmter Zersetzung und Anreicherung der abgestorbenen Biomasse (Torf) kommt. Moore finden sich auf beiden Erdhalbkugeln, von den subpolaren Breiten bis in die Tropen. In Deutschland konzentrieren sich Moore auf die in den Kaltzeiten vergletscherten Bereiche im Norden (78 %) und Süden (20 %). In Baden-Württemberg finden sie sich v. a. in Oberschwaben und im Schwarzwald.
MOORTYPEN
Struktur und Aufbau von Nieder- und Hochmooren. (nach Steiner & Grünig 1999)
Von Grundwasser gespeiste Moore werden Niedermoore genannt. Sie liegen meist in Senken oder sind von wasserstauendem Untergrund (tonige Substrate, Permafrost) unterlagert und gehen oft auf verlandete Seen zurück. Da das Wasser vor Erreichen des Torfkörpers in Kontakt mit dem Boden und dem anstehenden Gestein steht, sind Niedermoore nährstoffreich. Im Laufe der Zeit können Niedermoore aufwachsen und verlieren so den Kontakt zum Grundwasser. Sie werden dann nur noch durch Niederschläge gespeist und als Hochmoore bezeichnet. Torfbildner sind nun vor allem Torfmoose. Hochmoore sind nährstoffarm und können nur von wenigen anspruchslosen Arten besiedelt werden. Typisch sind „fleischfressende“ Pflanzen wie der Sonnentau, die ihren Stickstoff bedarf durch den „Verzehr“ kleiner Insekten decken.
VERLUST VON MOORFUNKTIONEN
Häufig wurden Moore in Mitteleuropa zur Gewinnung land- und forstwirtschaftlicher Flächen und aufgrund weiterer Nutzungsmöglichkeiten (Brennstoff, Bodenverbesserung im Gartenbau, Zusatz für Blumenerde etc.) entwässert. Größere intakte Moorlandschaften sind daher heute weitgehend verschwunden – eine fatale Entwicklung, denn naturnahe Moore erfüllen zahlreiche wichtige Funktionen und Ökosystemleistungen für Mensch und Natur. Nicht zuletzt leisten sie einen signifikanten Beitrag zum Klimaschutz, da sie durch den gehemmten Abbau der organischen Substanz große Mengen an Kohlenstoff binden.
Moorverbreitung in Deutschland. Quelle: Greifswald Moor Centrum








