Naturverträglich Klettern
Klettern in der Natur verbindet sportliche Herausforderungen
mit intensiven Naturerlebnissen. Doch die Natur darf dabei nicht zu Schaden kommen.
Bergsteiger und Kletterer respektieren ökologische Grenzen und sind bereit,
Beeinträchtigungen und Störungen auf ein Minimum zu reduzieren.

Sanft Klettern
Jeder einzelne Kletterer kann durch umsichtiges Verhalten zum Schutz und zur Schonung
der Felsnatur beitragen. Konkret heißt das: Einhaltung der Kletterregelung,
Akzeptanz der getroffenen Schutzmaßnahmen am Fels - oder einfach "sanft
Klettern".
Unwissentliche oder gezielte Missachtungen von Kletterregelungen, führen
über kurz oder lang zu weiteren Einschränkungen und Felssperrungen.
Die Einhaltung der ausgearbeiteten Kletterregelungen kommt also nicht nur der
Natur, sondern auch dem Klettersport zu gute. Probleme und Defizite von Kletterregelungen
lassen sich nur durch gemeinsame Gespräche und Verhandlungen mit Naturschützern
und Behörden lösen.
10 Tipps zum naturverträglichen Klettern:
- Aktuelle Kletterregelung
Vor dem Klettern über die aktuelle Regelung informieren: Kletterfelsliste,
Kletterführer, Infotafeln.
- Bahn und Bike
Öffentliche Verkehrsmittel bei der Anreise nutzen.
- Parkplätze
Bei der Anfahrt mit dem Auto ausgewiesene Parkplätze benutzen.
- Zustiegspfade
Angelegte Pfade und Wege benutzen, Geröll- und Blockhalden nicht betreten.
- Vegetation
Sensible Felsbereiche meiden, gesperrte Bereiche nicht betreten.
- Felsköpfe
Betretungsverbote von Felsköpfen einhalten und Umlenkhaken benutzen.
- Brutvögel
Felssperrungen zum Schutz von Brutvögeln einhalten. Beschilderung vor
Ort beachten.
- Rucksackdepots
Vorschläge für Rucksackdepots am Felsfuß beachten. Sensible
Bereiche am Felsfuß oder Felskopf schonen.
- Abfälle
Abfälle zu Hause entsorgen und keine Spuren hinterlassen.
- Mitarbeit
Unterstützung der Arbeitskreise Klettern und Naturschutz durch aktive
Mithilfe bei Projekten und Arbeitseinsätzen.

Piktogramme
Offene bzw. gesperrte Zustiege und Wandbereiche von Kletterfelsen
sind in vielen Klettergebieten durch "Pfeil" und "Kreuz" ausgeschildert.
Die beiden Piktogramme im Bild weisen auf einen gesperrten Sektor (links) und
einen zum Klettern freigegebenen Sektor (rechts) hin.
Dry-Tooling
Nach Ansicht des DAV und der Arbeitskreise Klettern und Naturschutz
sollte diese Form des Kletterns nicht an den ökologisch hochwertigen Felsen
der Mittelgebirge betrieben werden. An den Kletterfelsen in Baden-Württemberg
ist Dry-Tooling zum Schutz der Natur und zur Vermeidung weiterer Felssperrungen
nicht erwünscht.
Weitere Hinweise und Tipps zum Thema Klettern und Naturschutz finden Sie in der
Broschüre "Zu
Gast in den Felsen".
In der "Tirol
Deklaration" von 2002 sind ethische Grundsätze des Bergsteigens,
auch zum naturverträglichen Klettern, festgelegt.
Faltblätter